Zukunftsbox - think racism
EINE ANLEITUNG ZUM RASSISMUSKRITISCHEN DENKEN
Die Zukunftsbox 'Think Racism' wurde unter der Verwendung von Methoden des System Thinking und des Future Thinking gestaltet und entstand im Rahmen meiner Masterarbeit im Bereich System Design. In einem Test-Workshop wurde die Box eingesetzt, um Teilnehmer zu ermutigen, sich mit den tief verwurzelten rassistischen Strukturen auseinanderzusetzen.
- Test-Workshop 2023 -
Zu Beginn des Workshops werden provokante Impulsfragen mit 'Ja' oder 'Nein' beantwortet und daraufhin diskutiert. Die Impulsfragen regen die Workshopteilnehmer*innen dazu an, eine klare Position zu beziehen und sich über Ansichten auszutauschen. Die Impulskarten sind als Themeneinstieg geeignet.
Das Set umfasst fünf Hauptkategorien, zu denen jeweils vier Trends aus der Zukunftsforschung sowie fiktive Trends zugeordnet werden. Mithilfe von Bildern und Erklärungen bietet dieses Set einen Überblick über mögliche Auswirkungen. Die Workshopteilnehmer*innen bilden in Teams verschiedene Szenarien. Dabei visualisieren sie gedanklich potenzielle Entwicklungen. Dies ermöglicht eine greifbare Darstellung von zukünftigen Möglichkeiten, die daraufhin diskutiert werden. Die Zukunftsbox thematisiert aktuelle Trends aus der Zukunftsforschung und vermittelt Hintergrundwissen zur historischen und gegenwärtigen Entwicklungen rassistischer Strukturen und Auswirkungen. Die Gruppe wird befähigt, mögliche Zukunftsszenarien zu bilden und mögliche Wechselwirkungen zu erfassen und kritisch zu hinterfragen. Die Intervention zielte weniger darauf ab, ein stärkendes Zukunftsbild zu vermitteln, sondern darauf, eine rassismuskritische Haltung innerhalb einer weiß dominierten Mehrheitsgesellschaft im Kontext der Globalisierung zu initiieren.
Struktureller Rassismus ist tief in historische und gesellschaftliche Gegebenheiten verwurzelt und stellt eine schwer zu bekämpfende Herausforderung dar. Es geht um ein komplexes System, das in allen Bereichen der Gesellschaft Rassismus reproduziert. Rassismus wird oft nicht in vollem Umfang erkannt, da die weiße Mehrheitsgesellschaft persönlich keine direkten Erfahrungen damit macht. Weißsein wird als Norm angesehen, und damit gehen Privilegien einher (White Privilege). Black, Indigenous and People of Color, kurz BIPoC, hingegen werden systematisch benachteiligt – im Bildungssystem, auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt und im Gesundheitssystem. Mitunter können die Auswirkungen sogar tödlich sein. Rassismus wird oft mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht. Tatsächlich aber sind wir alle in einer rassistischen Gesellschaft sozialisiert und reproduzieren Rassismus – bewusst oder unbewusst. Für eine Gesellschaft ist es wichtig, rassistische Strukturen zu erkennen, anzuerkennen und aktiv zu bekämpfen. Indem wir uns mit unseren eigenen rassistischen Denkmustern und Handlungen auseinandersetzen, können wir dazu beitragen, Rassismus zu überwinden und eine Zukunft zu gestalten, in der alle Menschen gleichwertig und frei von Diskriminierung leben können.
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